Vorstellungsrunde; Istanbul The muslim New York City


Im letzten Teil meines Istanbul Postings möchte ich euch etwas über das moderne Istanbul erzählen und zeigen. Bisher konntet ihr bereits die historische Altstadt des europäischen Istanbuls und eine lange Bosphorus-Bootstour miterleben.

Dass Istanbul im deutschen Fernsehen immer rückständig und alt vorgestellt wird, nervt mich. Genauer genommen ist Istanbul das New York City der islamischen Welt und meist sehr fortschrittlich. Es ist eine Stadt, die das Alte bewährt (soweit Erdogan sich nicht einmischt - aber das ist eine andere Geschichte) und Neues entstehen lässt.


Das erste Mal, dass ich die Skylines Instanbuls sehen konnte war auf der Bosphorus Bootstour. Ich wusste bereits vorher, dass es ca. 100 Wolkenkratzer gibt und wie viele noch im Bau sind, doch dies endlich live zu sehen, hat mich einfach umgehauen.



Der Sapphire ist mit 261m das höchste Gebäude in der Stadt (im obersten Bild ganz rechts). Von dort aus kann man sich einen richtig tollen Eindruck über die Ausmaße der Stadt machen. Dieser Wolkenkratzer befindet sich im Stadtteil Levent, einem von drei Finanzvierteln Istanbuls. Er hat drei UG, die voller Shops und Restaurants und zwei OG mitsamt Kino und einer Food-Etage - insgesamt hat er 64 Stockwerke. Ganz oben befindet sich das Observationsdeck (auf 238m).



(Photos taken by Svetlana Jabs)

Auf diesem Bild ist übrigens das zweite Finanzviertel Maslak zu sehen. Alleine hier werden momentan mindestens sechs Wolkenkratzer gebaut. Mit unter drei Wolkenkratzer, die dem Sapphire seinen Titel als höchster Turm aberkennen. 


(Photo taken by Svetlana Jabs)

Auch wenn ich es eigentlich empfehlen würde das Observationsdeck am Tag zu besuchen, ist es bei Dämmerung und Nacht doch irgendwie noch schöner. Die Stadt ist leider nicht überall gut beleuchtet, sodass man im Horizont leider keine weiteren Lichter erkennen kann, doch da kann einem schon der Atem stocken bei einem Überblick von ~30km Lichtspektakel. Besonders toll war es auch, dass so ziemlich jeden Tag irgendwo ein Feuerwerk stattfindet, dass man sich von ganz oben natürlich auch prima ansehen kann. ;)

Neben den Wolkenkratzern tragen auch unzählige Super Shopping Malls im US-Stil zur Landschaft bei. Alleine auf dem oberen Bild könnt ihr drei Malls sehen (das Kanyon, Metrocity und Özdilek Park) und dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der Stadt. Insgesamt verteilen sich ca. 70 Super Shopping Malls in Istanbul. 




Wenn man die Augen offen lässt sieht man allerdings überall Hochhäuser und/oder Wolkenkratzer (die teilweise auch noch im Bau sind). Ob nun Sisli und Mecidiyeköy oder die asiatische Seite Istanbuls (auf dem übrigens das dritte Finanzviertel gebaut wird).



Ich werde auf jeden Fall zurückkehren in diese Stadt, auch wenn ich das nächste Mal weniger Zeit in Ghettos und Altstädten verbringen will. Das moderne Istanbul bietet so viel und ich habe maximal 10% davon gesehen. Kein Wunder, dass ich zurück will. ;)

Hoffentlich hattet ihr viel Vergnügen etwas über meinen Urlaub und diese tolle Stadt zu erfahren. Natürlich ist ein Städtetrip auf keinerleiweise mit einem Strandurlaub zu vergleichen, aber allen Interessenten kann ich es wärmstens empfehlen.

Vorstellungsrunde; Istanbul Bosphorus Boat Trip


Bei meinem letzten Istanbul Posting zeigte ich euch ein wenig über die historische Altstadt Istanbuls. Heute möchte ich euch etwas über die Bootstour erzählen, die wir genossen haben.

Gestartet sind wir in Eminönü, direkt an der Galatabrücke, und etwa sechs Stunden später, mit Aufenthalt in Asien, sind wir genau dort auch wieder angekommen. 






Es war ein absolut schöner, sonniger Samstag, leider kommt das auf den Istanbul Bildern nicht rüber. Dies liegt daran, dass Istanbul ein Feinstaub-Problem hat, welches im Alltag, zumindest mir, nicht aufgefallen ist. Erst beim Durchschauen der vielen Bilder im Hotel, bemerkte ich, dass alle Bilder dem grauen Staub-Schleier verfallen sind. 



In Kavagi, einem kleinen Ort auf der asiatischen Seite Istanbuls, kamen wir nach etwa zwei Stunden dem Bosphorus entlang fahren schließlich an. Gemütlich ist es dort auf alle Fälle. Ich konnte kaum fassen wie wunderschön diese kleinen Orte überall sind. Beim Befahren des Bosphoruses erkannte ich, wieso diese Stadt bekanntlich auf "7 Bergen" gebaut ist und auch das Gefühl auf einmal zwei Kontinente so nah an einander zu sehen, ist unbeschreiblich. Ich bin in Asien geboren und teilweise aufgewachsen, doch aus politischen Gründen ist es mir mit meinem Pass nicht gestattet in mein Heimatland Usbekistan ein- bzw. auszureisen. Für mich war das ein wenig Heimatgefühl - ein wenig Vaterlandsgefühl.







Istanbul ist deswegen etwas ganz besonderes für mich, weil es die Stadt der Widersprüche ist und Europa mit Asien verbindet. Für jeden sichtbar verbindet. Die kleinen Burgen überall, die eigentlich Reste der griechischen Stadtmauer sind, in Beschlag genommen von der türkischen Flagge. Die Wolkenkratzer neben den Moscheen. Die zweieinhalb Brücken, die zwei so unterschiedliche Kontinente verbinden. Ich kann mir kaum etwas schöneres vorstellen. Funkelnde Augen und die Frage: "Was finde ich schöner?" 

Ich möchte euch unbedingt die modernen Seiten Istanbuls zeigen, denn diese kommen in all den Reportagen zu kurz. Zu oft habe ich mir Bazaare im Fernsehen ansehen müssen, wenn es um Istanbul geht. Doch das hier - die Vereinigung des Orients mit dem Oxident - ist Istanbul tatsächlich.

Vorstellungsrunden; Istanbul Historic City


"[...] Ich höre Istanbul mit geschlossenen Augen:
Ein Vogel zappelt an deinen Hängen,
Ich weiß, ob deine Stirn warm oder kalt ist,
Ich weiß, ob deine Lippen feucht oder trocken sind,
Weiß geht der Mond hinter Kiefergewächsen auf,
An deinem Herzschlag erkenne ich
Ich höre Istanbul."

von Orhan Veli Kanik

Seit einigen Tage bin ich wieder in Deutschland, ich war nur wenige Tage in dieser wunderbaren Stadt, doch verliebt habe ich mich in sie, ohne sie vorher gesehen oder gespürt zu haben. Wenn es eine Fernweh-Despression gibt, so habe ich genau dies. Ich will zurück nach Istanbul - dabei bin ich gerade erst wieder in Deutschland angekommen.





Mit einer Freundin von mir war ich im konservativen Stadtteil Fatih, in der auch die europäische Altstadt von Istanbul ist. Straße, die erklommen werden wollen, reihen sich aneinander und Häuser dessen Dächer du nur von einer Dachterrasse aus erkennen kannst, Cemberlitas ist wie die ganze Altstadt gezeichnet von Kultur und Geschichte. 
Erst wenn man sich auf besagten Dachterrassen befindet, erhält man einen kleinen Überblick über die Straßen und vielleicht erkennt man auch wie der Bosphorus in das Marmarameer mündet.

Geschlafen haben wir in der Nähe des Kadirga Parks, in einem kleinen Hotel namens "Sayeban" - drei Sterne, die nur gerade Mal so verdient sind, doch das Frühstück war wunderbar. Im Endeffekt war es uns sowieso egal, denn das Hotel war günstig und genau das sollte es sein. Würde ich erneut nach Istanbul reisen, würde ich mir kein Hotel in der Altstadt raussuchen. Die Sehenswürdigkeiten, die es dort zu bestaunen gibt, findet man auf jeder Touriseite, doch der andere Teil Istanbuls befindet sich weiter entfernt. 

Heute möchte ich jedoch auf einige touristischen Atraktionen, die wir uns in der kurzen Zeit angeschaut haben eingehen. 


Beyazit ist nur eine Station von Cemberlitas entfernt. Dort befindet sich die Beyazit Moschee und auch der Grand Bazaar. Beides kann man auf jeden Fall machen, neben dem Bazaar sind verteilt überall kleinere Straßen, die ebenfalls Schnick Schnack verkaufen.


 Mit der Istanbul Kart (eine Art Fahrkarte, die ihr immer wieder aufladen könnt/alternativ für jede Fahrt einzeln Jetons kaufen) reist es sich übrigens am bequemsten in den Öffis. Inbegriffen sind dabei auch Fähren, die euch z.B. auf die asiatische Seite bringen.


Mit derselben Tram erreicht ihr auch Sultanahmet, von dort aus könnt ihr mehrere historische Highlights besuchen. Obelisk ist z.B. das älteste Bauwerk Istanbuls mit ca. 3500 Jahren.




Die Sultan Ahmet Moschee (oder auch blaue Moschee) steht für Besucher offen und muss auf jeden Fall besucht werden. Ich habe selten so etwas schönes gesehen. Meine Freundin und ich mussten uns ständig daran erinnern, dass dies tatsächlich Menschen ohne große Maschinen gebaut haben.


Die Hagia Sophia (ehemals eine Kirche , mittlerweile ein Museum) und auch die Cisterna Basilica (versunkener Palast) befinden sich in wenigen Gehminuten entfernt. 

Für jeden Kulturliebhaber ist hier wirklich was zu finden, aber auch für Menschen, die sich gerne schöne Dinge ansehen ;)




Eminönü liegt direkt am Halic und nur wenige Tramstationen von Sultanahmet entfernt. Neben dem Galataturm und der Galatabrücke, kann man sich hier auch an anderen Bauwerken satt sehen, wie z.B.


die Yeni Moschee (neue Moschee) und die Rüstem Pasa Moschee, die sich direkt neben der Galatabrücke befinden.


Auf dieser kann man übrigens super essen und gleichzeitig zuschauen wie die Moscheen schöner und schöner werden, je dunkler die Nacht wird. 

Bei den nächsten Blogposts möchte ich euch etwas die anderen Seiten Istanbuls zeigen. Denn wie schon erwähnt wird in all den Touriseiten eher die Altstadt gezeigt.